Was ist eigentlich ein EDV-Berater?
Auf der Suche nach einer Definition fand ich im Internet einen Artikel, der sich dieser Problematik aus einem ironischen Blickwinkel widmet. Einige Auszüge möchte ich hier präsentieren. Den kompletten Artikel finden Sie hier....
Eine Annäherung aus ironischem Blickwinkel
... Eine allgemeine Definition fällt auf den ersten Blick leicht: IT-Beratung ist eine Dienstleistung, die sich mit Aufgabenstellungen im Umfeld von Informationstechnik befasst. Aber schon mit dem Begriff "Informationstechnik" beginnt bereits ein Dilemma, denn er umfasst eine breite und ständig wachsende Palette technischer Systeme, von der klassischen Rohrpost bis zur satellitengestützten Mobiltelefonie. Das Informationszeitalter lässt grüßen. ...
... "Beratung" bezeichnet hier nämlich nicht nur die Erteilung eines guten Rats, der auf profunder Sachkenntnis beruht, wie man es vielleicht von seinem Arzt gewohnt ist, sondern eine bunte Mischung recht unterschiedlicher Tätigkeiten: Akquise von Aufträgen, Managen von Produkt-Portfolios, Durchführen von Mitarbeiterschulungen, Optimieren von Ablaufprozessen, Erstellen maßgeschneiderter Software, Planung von Personalbedarf, Erarbeiten von Kriterien für Make-or-Buy-Entscheidungen....
Die Mindestanforderungen an den Super-Berater
Nimmt man die Aufzählungen der oben genannten Tätigkeiten, dann ist ein IT-Berater also ein Vertriebsfachmann, ein Produkt-Portfolio-Manager, ein Lehrer, ein Systemanalytiker, ein Programmierer, ein Personalplaner und obendrein rechte Hand des Managements in Strategiefragen in einer Person. ...
Berufsbezeichnung im Licht des Nebelscheinwerfers
Möchten auch Sie IT-Berater werden? Nichts leichter als das. Lassen Sie sich einfach neue Visitenkarten drucken und setzen Sie unter Ihren Namen das magische Wort "IT-Berater". Bis auf einige Ausnahmen lässt sich der Zusatz "IT" auch durch andere Begriffe austauschen: Finanz-Berater, Kosmetik-Berater, Berater für Telekommunikationstechnik - das bleibt Ihrer Phantasie überlassen. Nicht nennen dürfen Sie sich z. B. "Steuerberater" oder "Rentenberater", denn diese Bezeichnungen sind rechtlich geschützt. Nur Personen mit entsprechender Ausbildung dürfen sie benutzen, bei anderen Berufen ist manchmal auch noch eine Verbands- oder Kammer-Mitgliedschaft erforderlich. Ein IT-Berater muss sich darum nicht kümmern, denn jeder darf sich so nennen.
Die Konsequenz daraus ist, dass Kunden mit Beratungsbedarf damit leben müssen, über die bloße Berufsbezeichnung keine Anhaltspunkte dafür zu erhalten, ob sie es mit jemandem zu tun haben, der auf bestimmte Problemlösungen spezialisiert ist.
Die Selbstdarstellung von IT-Beratungsunternehmen
... Sich im fachterminologischen Dickicht der Branche zurechtzufinden, ist nicht jedermanns Sache - viele Beratungsunternehmen entschließen sich deshalb, ihr Können etwas breiter und allgemeiner zu formulieren, um damit Entscheidungsträger anzusprechen, die für technisches Kauderwelsch meist wenig übrig haben. Dass diese Art der Selbstdarstellung schnell zu einem vergnüglichen Streifzug durch die Niederungen der Marketing-Phrasen werden kann, zeigen die folgenden Beispiele. ...
| "Denn nur wer die Probleme seiner Klienten kennt und versteht, kann sie lösen." | Eine tiefschürfende Erkenntnis. |
| "Unternehmen agieren heute in einer vernetzten Wirtschaft, in der dynamische, interaktionsbasierte Geschäftsmodelle die statischen, wissensbasierten Modelle alter Schule verdrängen." | Ein besonders schönes Exemplar aus der Gattung "word-dropping". |
| "Wertschaffende Beratung setzt fachliche Expertise voraus." | Würden Sie da widersprechen? |
| "Wir nehmen unsere Klienten in ihren spezifischen Herausforderungen ernst." | Das Gegenteil wäre allerdings fatal. |
| "Die Qualität von Beratung hängt von ihrer Umsetzbarkeit ab." | Ein echter Dauerbrenner. |
| "Beratungen und Berater sind heute an ihrer geistigen Mobilität zu messen." | Über den Begriff der geistigen Mobilität von "Beratungen" grübele ich immer noch. |
| "Zentrale Kriterien sind ganzheitliche Beratungs- und Integrationsleistungen." | Ein Heilpraktiker könnte es nicht besser ausdrücken. |
| "Unsere Kunden verstehen uns als Business Innovation Partner" | Klingt irgendwie, als seien die Kunden auch Berater ;=) |
| "It und alles was dazugehört, steht im Mittelpunkt des Tätigkeitsbereiches." | "Alles was dazugehört" - das ist eine ganze Menge. Deutsche Grammatik fällt allerdings nicht darunter. |
| "Dabei stehen für uns messbare Ergebnisse für den Kunden im Vordergrund." | Für wen auch sonst? |
| "Unser Ziel und unser Anspruch, aber auch unser Versprechen für Sie ist Exzellenz." | Eine vortreffliche Wahl. Einst Ehrentitel hoher Beamter, heute ein Slogan. |
| "Den Projekterfolg sehen wir in einer messbaren Steigerung der Produktivität und Rentabilität." | In mancher Hinsicht eine doch etwas eingeengte Sichtweise, finde ich. |
| "Lösungsorientiert im Interesse des Kunden." | Ob er etwas anderes erwarten würde? |
Wie Sie sehen können, ist dei werbliche Darstellung von Beratungsleistungen ein undankbares Geschäft. Die meisten Beratungsunternehmen haben außerdem noch ein Faible dafür, ihren Auftritt mit Unternehmensphilosopien, Visionen oder gar Missionen zu untermalen. Inhaltlich läuft dies meist darauf hinaus, dass man "der Beste" sein will oder ständig daran arbeitet, es zu werden oder zu bleiben. Jedes sprachliche Mittel ist recht, um sich von profaneren Gewerbezweigen abzugrenzen, schließlich will man am Ende nicht mit einem Gummistiefel-Hersteller verwechselt werden.
Fazit
Wenn Sie jetzt erwarten, ich könnte es besser, muss ich Sie enttäuschen. Ich kann es nicht - deshalb verzichte ich auf klappernde Slogans, abgehobene Visionen und angestrengte Ehrgeizbekundungen. Besuchen Sie meine Kontaktseite und lassen Sie sich mein Beraterprofil zusenden, rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir. Schauen Sie sich auf meiner Website um. Es kostet Sie nichts, sich ein Bild oder einen ersten Eindruck von mir zu machen. Ich versichere Ihnen, dass Sie ehrliche Antworten auf Ihre Fragen erhalten und eine faire Beratungsleistung angeboten bekommen. Das ist mein Kapital.
--- Ende des Zitats ---
Dem kann ich nichts mehr hinzufügen!
Mein Dank gilt dem Autoren dieses Artikels, Herrn Markus Melk, für die Genehmigung zur Veröffentlichung auf meiner Seite.
Mein Dank gilt aber auch Ihnen, lieber Leser, dass Sie soviel Geduld hatten und mir bis zum Ende dieser Ausführungen gefolgt sind.